Bistum Freiburg

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Die Geschichte im Rücken und die Zukunft der Gemeinde im Blick, so geht das Fundraising-Team der Seelsorgeeinheit Herbolzheim-Rheinhausen sein bauliches Großprojekt an: Den Aufbau eines Ortes der Begegnung mitten in der Stadt.

Auf dem Fundament der Vorfahren

Der Kirchberg in Herbolzheim, heutiger Standort der Pfarrkirche St. Alexius, ist ein geschichtsträchtiger Flecken. Bereits die Römer schlugen hier ihr Lager auf. Etwa zwölfhundert Jahre später stand genau an dieser Stelle die wehrhafte Kirchburg des Bischofs von Straßburg. Ein archäologischer Glücksfall, der für die derzeitigen Baumaßnahmen der Pfarrei St. Alexius Herbolzheim jedoch gleichzeitig eine Herausforderung ist. „Wir bauen auf dem Fundament unserer Vorfahren“, sagt Pfarrer Dr. Stefan Meisert, Leiter der Seelsorgeeinheit Herbolzheim-Rheinhausen. „Damit übernehmen wir nicht nur die Verantwortung für die zukünftige Gestaltung, sondern ebenso für die historischen Wurzeln des Ortes.“ Trotz der archäologischen Funde liegen die Baumaßnahmen gut in der Zeit. Gestartet im Juni 2015 soll das neue bauliche Ensemble des Gemeindehauses der Pfarrei St. Alexius Herbolzheim mit einem neuen Gemeindesaal bereits im Frühjahr 2017 in Betrieb gehen.

Erfahrungsräume schaffen

Das neue Gemeindehaus der Pfarrei St. Alexius wird einen prägenden Charakter für das Stadtbild von Herbolzheim haben, schließt es doch eine städtebauliche Lücke im Herzen der Stadt und lässt den Kirchberg wieder als ein in sich stehendes Ensemble erkennen. „Pastorale Zukunft braucht Erfahrungsräume. Wir als Kirche schaffen Raum, der auch einen Mehrwert für das öffentliche Dasein hat“, erläutert Meisert. Unter dem Motto „Sankt Alexius schafft Zukunft!“ saniert die Gemeinde das alte Schulhaus und bisherige Gemeindehaus und baut gleichzeitig im ehemaligen Pfarrgarten den Gemeindesaal mit zugehörigem Außengelände neu. Ein Großprojekt mit einem Gesamtvolumen von über drei Millionen Euro.

Professionalität ist Trumpf

„Aufgrund des Investitionsvolumens und der ambitionierten Zeitplanung war uns von Anfang an eine professionelle Umsetzung wichtig“, sagt Meisert. Aus diesem Grund wurde nicht nur die Projektsteuerung und die architektonische Planung und Umsetzung in sachverständige Hände übergeben. Auch beim Fundraising wollte man von Anfang an auf professionelle Unterstützung setzen. „Uns war schnell klar, dass wir einen Teil der Finanzierung über Drittmittel decken müssen“, sagt Meisert. „Auch hier wollten wir fachliches Know-how an Bord holen. Daher arbeiten wir seit April dieses Jahres mit der Stabsstelle Fundraising zusammen.“

Baustellenbesuch von Pfarrer Dr. Stefan Meisert und Gemeindemitgliedern
Baustellenbesuch von Pfarrer Dr. Stefan Meisert und Gemeindemitgliedern

Fundraising als Haltung

Die Zusammenarbeit startete mit einem Basis-Workshop zum Thema „optimiertes Spendenwesen“. Nach dieser grundsätzlichen Einführung entschied das Fundraising-Team in Herbolzheim, sich für eine Fundraising-Beratung zu bewerben. „Der Ablauf mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen“, sagt Martin Müller, Pastoralreferent und Fundraiser bei der Stabsstelle Fundraising. „Unser ausdrückliches Ziel ist es, die Gemeinden bei der Implementierung einer Kultur des spenderfreundlichen Umgangs zu begleiten. Dazu gehört auch, zu vermitteln, dass Fundraising eine Haltung ist, die weit über ein einzelnes Projekt hinausgeht. Mit der Bewerbung bekennen sich die Gemeinden zu diesen Standards und legen damit selbst den Grundstein für eine spenderfreundliche Haltung.“

Engagiert und kreativ zum Ziel

Im nächsten Schritt analysierte das Fundraising-Team gemeinsam mit den Mitarbeitern der Stabsstelle innerhalb eines Workshops die Chancen und Möglichkeiten vor Ort und entwickelte erste Ideen für den Prozess. „Ich war überrascht, dass ein Team aus nur fünf Personen so ein großes Projekt alleine stemmt“, sagt Müller, der den Prozess in Herbolzheim beraterisch begleitet. „Beeindruckend, wie engagiert und kreativ sie ihr Projekt vorantreiben.“

Maßnahmen mit Clou

 Nach der Präsentation des Konzepts der Stabsstelle im Pfarrgemeinde- und Stiftungsrat  folgt nun die Umsetzung. Insgesamt 90.000 Euro sollen durch Spenden finanziert werden. Für die Großspender-Ansprache wurden in der Kreativphase attraktive Spendenzwecke definiert, wie die Gewährleistung von Barrierefreiheit in allen Gebäuden oder energetische Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit. Alle katholischen Haushalte in Herbolzheim wiederum erhalten ein Leporello. Der Clou: Aufgefaltet präsentiert der Flyer das Bauprojekt auf einer DIN A2-großen Seite. „Die Idee ist es, zu vermitteln, dass wir mit der Baumaßnahme Raum schaffen“, erläutert Meisert. „Es entsteht ein Raum für die Gemeinschaft.“

Verbundenheit mit der Gemeinde stärken

Eine stringente Öffentlichkeitsarbeit ist ein weiterer wichtiger Teil des Projekts. Bereits seit der Planungsphase informiert die Gemeinde kontinuierlich über das Bauvorhaben. Dazu nutzt das Fundraising-Team die eigene Website, das Pfarrblatt, lädt zu Baustellenfesten, persönlichen Führungen und Benefizkonzerten. Flankiert werden die Maßnahmen durch kreative Leuchtturmprojekte wie eine biblische Weinprobe mit der amtierenden badischen Weinkönigin oder der diesjährigen Feier des Patroziniums, die ebenfalls im Zeichen der raumschaffenden Baumaßnahmen in St. Alexius stand. „Mit Fundraising möchten wir die Menschen überzeugen, dass es lohnenswert ist, sich zu engagieren“, sagt Meisert. „Dabei geht es nicht in erster Linie um die finanzielle Unterstützung, sondern um die Verbundenheit mit der Gemeinde.“

 

Bildquelle: Claudia Bienmüller, Pfarrei St. Alexius, Herbolzheim

Zurück

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. weiterlesen ...