Fundraising aktuell

Crowdfunding für spielsüchtigen Pfarrer

Crowdfunding für spielsüchtigen Pfarrer im schweizerischen Küssnacht am Rigi
Mit dem Geld aus dem Crowdfunding sollte der Pfarrer einen Teil seiner Spielschulden tilgen.

Über 20 Jahre war Werner Fleischmann Pfarrer der Gemeinde Küssnacht am Rigi, bis er im Sommer 2018 den Churer Bischof Vitus Huonder bat, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Grund waren seine hohen Schulden, 1,4 Millionen Schweizer Franken sollen es gewesen sein. Laut Luzerner Zeitung hatte der Pfarrer schon früher Spielschulden gehabt und sich deshalb beim Bistum selbst angezeigt. Rund 50 Angehörige der Pfarrei Küssnacht habe er zudem um Darlehen gefragt.

Problem war Bistum schon länger bekannt

Das Problem sei dem Bistum bereits seit 2011 bekannt gewesen, das jedoch nach Prüfung des Falles bei einer Schuldenberatungsstelle und unter strafrechtlichen Gesichtspunkten dem Pfarrer weiterhin sein Vertrauen schenkte. Auch ein Psychiater, der Werner Fleischmann wegen seiner Spielsucht untersuchte, bescheinigte ihm eine gute Prognose. Doch nun wuchs ihm sein Schuldenberg offensichtlich über den Kopf.

Gemeinde startet Crowdfunding-Aktion

Die Gemeinde wollte ihren „Werni“ aber nicht so einfach ziehen lassen und startete auf der Crowdfunding-Plattform lokalhelden.ch eine Sammelaktion. Dem zuvor gegangen war eine Online-Petition zur Wiedereinsetzung des Pfarrers bei openpetition.eu. Das Geld aus dem Crowdfunding sollte nicht an Werner Fleischmann direkt gehen, sondern „vollumfänglich und prozentual an die Gläubiger verteilt“ werden. Auch Drittpersonen wie Anwälte sollten kein Geld aus der Aktion erhalten, heißt es in der Projektbeschreibung weiter. „Werner Fleischmann ist ein weltoffener und liebevoller Mensch. Er besitzt die Fähigkeit, Jung und Alt zu begeistern“, schreiben seine Fans auf lokalhelden.ch.

Summe von 300 000 Franken kam nicht zusammen

Die Finanzierungsschwelle lag bei 10 000 Franken; diese wurde mit insgesamt 16 341 Franken locker erreicht. 63 Personen unterstützten die Aktion, die meisten von ihnen wollten dabei lieber anonym bleiben. Als „Merci“ sollten sich die Spender über „jeden Tag eine gute Tat“ freuen. Das war es aber auch schon. Die anvisierten 300 000 Euro kamen nicht zusammen, das Projekt war nicht erfolgreich. Die Gemeinde bekam „ihren“ Pfarrer nicht wieder.

Im November schließlich meldete sich Werner Fleischmann selbst zu Wort. In einem Abschiedsbrief , der im Gottesdienst vorgelesen wurde, entschuldigt er sich und bedankt sich bei seinen Unterstützern. Im Moment ist offen, wie Werner Fleischmanns berufliche Zukunft aussieht.

Text: UNi
Foto: Pixabay/djedj

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