Bistum Hildesheim

Förderverein gründen reicht nicht!

Fördervereine zu gründen, heißt noch keine Spenden zu erhalten.
Gelebte Vereinskultur: Das wissenschaftliche Kolloquium zur Domgeschichte

Wenn es um Spenden geht, ist die Idee eines Fördervereins nicht weit. Klaus Heil vom fundraisingbüro Bistum Hildesheim beschäftigt sich kritisch damit.

Einen Förderverein zu gründen ist meist die erste Idee, wenn der Gedanke aufkommt, mit Spenden ein Vorhaben zu finanzieren. Nun gibt es, auch zu meinem Bedauern, mehr schlafende als lebendige Fördervereine, was auch daran liegt, dass mit der Gründung des Vereins nichts gewonnen ist. Die Annahme, das Engagement und die Überzeugung der Gründungsmitglieder würde von ganz vielen Menschen einfach so geteilt und dann würde schon gespendet, wenn nur die Überschrift Förderverein darüber steht, ist leider falsch. Die Erfolgsgeschichte des Dombauvereins Hildesheim (DBV) liegt natürlich nicht alleine in der Vermeidung dieser Fehler, sondern auch darin, dass er vieles richtig gemacht hat. Vor allem auch, dass er bis heute vieles ausprobiert und sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruht.

Eigenständiger Charakter

Die Gründung des DBV war geplant, dieser Förderverein war Teil eines Gesamtkonzeptes des Fundraisings für den Dom. Und dieses Fundraising gab es natürlich bereits vor Gründung des DBV. Kern der Überlegungen war von Beginn an, neben Bistum und Bischof eine parallele Plattform bürgerlichen Engagements für den Dom zu schaffen, die in einer bewussten Eigenständigkeit agiert und sich auch so profiliert. Das große Glück und der Startvorteil des DBV war, als Gründungsvorsitzenden den ehemaligen Oberstadtdirektor Dr. Konrad Deufel zu gewinnen, der neben größtem Engagement auch sein ganzes Netzwerk in den DBV eingebracht hat. Hier sind also zwei Erfolgsfaktoren aufeinandergetroffen: ein engagierter Netzwerker mit einem expliziten Fokus auf einen Förderverein mit Eigenständigkeit.

Verein ist mehr als Spenden

So hat sich der DBV bei aller Verbundenheit mit dem Dom, dem Dommuseum und der Dommusik, für dessen Förderung er sich in hohem Maße zuständig fühlt, als Kulturverein eigener Prägung entwickelt. Als Mitglied des Dombauvereins ist man nicht nur Spender, sondern Teil einer durchaus exklusiven Community, die vielfältige Angebote entweder selbst entwickelt, oder in Kooperation mit vielen Partnern vorhält. Als Beispiel ist das zunächst auf fünf Jahre angelegte wissenschaftliche Kolloquium zur Geschichte des Doms zu nennen, das wider Erwarten auf großes Interesse stieß und jetzt fortgesetzt wird, ebenso das Candlelight-Dinner nur für Mitglieder im Kreuzgang des Hildesheimer Doms zum Patronatsfest jeweils am 15. August. Exklusive Einladungen zum Glockenguss (die sechs neuen Domglocken wurden sämtlich gespendet), bis hin zu exklusiven Themenführungen im Dommuseum geben einen weiteren Eindruck davon, wie der Dombauverein ein eigenes kulturelles Profil aufbaut und pflegt. Das Ziel ist ganz einfach: die Mitglieder sollen Spaß daran haben, Mitglied zu sein und eben nicht den Eindruck gewinnen, ihre einzige Funktion sei es, ab und an zu spenden.

Text: Klaus Heil Foto: fundraisingbüro

Zurück

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. weiterlesen ...