Bistum Hildesheim

Fundraising für den Hildesheimer Dom

Ralf Tappe koordinierte als Geschäftsführer des Dombauvereins das Fundraising.

41 Millionen Euro Baukosten! Da muss man sich als Fundraiser schon etwas einfallen lassen. Die Sanierung des Hildesheimer Mariendoms war nicht nur für das Fundraisingbüro des Bistums Hildesheim eine Herkulesaufgabe.

Für die Sanierung des Hildesheimer Doms entwickelte das Fundraisingbüro des Bistums Hildesheim zunächst eine Gesamtstrategie und einen Businessplan. Immerhin sollten 2,3 Mio. Euro durch Spenden von Einzelpersonen und Unternehmen aufgebracht werden. Eine zentrale Rolle spielte dabei der gerade neu gegründete Dombauverein Hohe Domkirche Hildesheim e.V., dessen Geschäftsführung im fundraisingbüro angesiedelt ist. Von dort wurden die Einzelmaßnahmen koordiniert. Die Palette reicht von bistumsweiten Mailings bis zur Identifizierung, Ansprache und Betreuung von hochkarätigen Einzelspendern.

Erfolgreiche Patenschaften

Zentrales Thema dabei waren Patenschaften. Diese Form des Spendens ist seit einigen Jahren sehr populär, gibt sie doch dem Spender das Gefühl, Teil einer großen Gemeinschaft und damit einer großen Idee zu sein. Eine Patenschaft ist somit gleichzeitig der Auftakt, um die Spender langfristig an sich zu binden. Wie selbsterklärend Patenschaften sind, zeigte sich eine Woche nach der feierlichen Wiedereröffnung des Hildesheimer Doms nach fast fünfjähriger Bauzeit am 15. August 2014. Zu einem besonderen Festakt hatte der Dombauverein alle Spenderinnen und Spender eingeladen, die die Sanierung des Weltkulturerbes unterstützt hatten. Während des Festaktes wurden die Namen der Paten, die einzelne Fußbodenplatten im Kirchenschiff erworben hatten, in einer Spenderrolle im Dom unter einer Bodenplatte hinterlegt und dabei auch kommuniziert, dass noch nicht alle Quadratmeter durch Spenden finanziert sind.

Spontane Spende überrascht

Am Ende des Festaktes kam ein älteres Ehepaar auf Dr. Ralf Tappe zu, der für das Fundraisingbüro die Paten betreut, und fragte, wie viele Quadratmeter denn noch zu bekommen seien. Tappe erläuterte dem Paar, dass es noch rund 160 Quadratmeter in einem Gesamtwert von etwa 30.000 Euro seien. Das Paar schaute sich in die Augen, sie nickten sich zu und sagten, dass sie gerne die restlichen Domfußboden-Patenschaften übernehmen möchten. Da war selbst Fundraising-Profi Tappe sichtlich irritiert, sodass der ältere Herr auf der Rückseite des Programmheftes für den Festakt die Übernahme aller restlichen Patenschaften schriftlich bestätigte.

Spenden für den Hildesheimer Dom Fundraising praktisch
Dies Urkundenzylinder wurden als zeitloser Dank an die Spender in das Mauerwerk des Doms eingebracht.

Emotionale Nähe

Doch nicht nur Fußbodenplatten konnten symbolisch erworben werden. Ein Renner waren auch die Patenschaften für die Glocken und die Domorgel. Stellvertretend für 4.500 Spenderinnen und Spender der Domorgel und der Domglocken fanden sich rund 400 von ihnen am 5. Februar 2016 im Welterbe Hildesheimer Mariendom ein. Auch hier sollten die Spender- und Patenlisten feierlich hinterlegt werden. Der Abend begann um 20 Uhr mit einem Glockenkonzert. Musikalisch umrahmt durch die Dommusik dankten Domdechant, Dombauvereinsvorsitzender und Dommusikdirektor für das eindrucksvolle Engagement. Eine ganz individuelle und durchaus emotionale Sicht auf das eigene Engagement brachten zwei Spender zum Ausdruck. Ein bewegender und ganz einmaliger Moment für alle Anwesenden war dann die Videoübertragung der Hinterlegung der Urkundenzylinder in das Kirchenschiff. In unmittelbarer Nähe von Domorgel und Domglocken wurde jeweils eine Kupferkapsel in das Mauerwerk eingebracht, die die Namenslisten der Spenderinnen und Spender enthalten. Große Messingtafeln mit eingraviertem Danktext verschließen die Hinterlegungsstelle und künden von dem großen Engagement, mit einem Gesamtspendenaufkommen von beachtlichen 410.000 Euro. Der Dombauverein hat es so geschafft, den Paten das Gefühl einer Gemeinschaft zu vermitteln, die sich sicher noch über Jahre hinaus als tragfähige Spenderbeziehungen auswirken werden.

Zukünftig Welterbe im Vordergrund

Bis auf weiter laufende Patenschaften zugunsten der Domorgel und einige wenige Domstühle wurden die zahlreichen Fundraisingprojekte ein Jahr nach Wiedereröffnung des Welterbes Hildesheimer Mariendom erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt „Zeitstrahl – 1200 Jahre Bistumsgeschichte suchen Paten“ steht auch in den kommenden Jahren symbolisch für das bürgerschaftliche Engagement rund um den Dom. Der Dombauverein wird weiterhin das bürgerschaftliche Engagement für den Dom lebendig halten und befördern, sich zugleich aber verstärkt dem Hildesheimer Welterbe insgesamt zuwenden und sich als Kultur- und Welterbeförderer und -vermittler aufstellen. Symbolisch dafür steht die nunmehr fünfte Auflage des jährlich im November stattfindenden Kolloquiums, das gemeinsam mit dem Verein für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim durchgeführt wird.

www.domsanierung.de

Schlagworte: Fundraising, Spendenkampagne, Welterbe, Spenderbindung, Bistum Hildeheim

Bildquelle: fundraisingbüro bistum hildesheim/ Bistum Hildesheim

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