Spenden & Kirche

Richtig spenden, aber wie?

Jeder kennt das: Die Weihnachtszeit naht, und man bekommt viel Post von Spendenorganisationen. Viele Menschen spenden in dieser Zeit. Doch wie macht man es richtig? Für wenn soll man sich entscheiden? Unsere Experten geben Antwort.

Die Entscheidung ist nicht einfach. Viele kirchliche Hilfswerke und andere Spendenorganisationen bitten um eine Spende. Meist im Advent. Wem also die Spende geben, oder sie gar aufteilen? „Nein“, meint Fundraisingexperte Klaus Heil vom Bistum Hildesheim. „Es ist nicht die Frage, was die Organisationen ihnen anbieten, oder möglichst viele Organisationen zu bedenken, sondern wofür Sie sich als Spenderin oder Spender bewusst engagieren wollen. Uns ist eine gezielte Entscheidung für ein Spendenprojekt, sei es vor Ort oder in einem anderen Land, viel lieber, weil so die Verbundenheit mit dem Spendenziel viel größer ist.“

Gemeinsame Verantwortung

Heil möchte, dass die Menschen den Initiatoren der Projekte vertrauen können und damit auch eine Kontrolle auf das Spendenprojekt ausüben. „Mir ist es wichtig, dass die Menschen nicht nur Geldgeber sondern auch Verantwortungsnehmer sind. Deshalb empfehlen wir Kirchgemeinden, die von uns betreut werden, auch über ihre Projekte regelmäßig und transparent zu informieren.“

Auch Wolfgang Huber vom Bistum Aachen empfiehlt, sich gut zu informieren, wohin die Spende geht. „Dabei geht es gar nicht so sehr um die schwarzen Schafe, die es leider überall gibt, sondern mehr darum, dass sich die meisten Spender ja wünschen, dass ihr Geld auch im Projekt ankommt.“ Spender sollten sich seiner Meinung nach im Internet informieren oder direkt vor Ort, wenn das möglich ist, ein Bild von den Akteuren und dem Projekt machen. „Dann fällt die Spendenentscheidung viel leichter“, verspricht er.

Spendensiegel kann Kriterium sein

Als Orientierung für Spendervertrauen wird immer wieder auf das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, das DZI-Spendensiegel, verwiesen. Große Spendenorganisationen, auch die katholischen Hilfswerke, haben sich prüfen lassen und dürfen auch mit dem Siegel werben. Viele kleinere Projekte, die gute Arbeit machen, können dieses Siegel allerdings nicht erwerben, weil sie nur lokal tätig sind. Gerade deshalb ist auch ein eigener Blick nötig. Etwa ein Drittel der Deutschen engagiert sich nämlich für solche lokalen Organisationen. Dazu zählen auch Kirchgemeinden.

Zweckungebundene Spenden

„Für viele Spender ist auch die Höhe der Verwaltungskosten der Organisation interessant. Am liebsten wäre es vielen, wenn die Spende zu 100 Prozent im Projekt ankommt“, weiß Udo Schnieders vom Erzbistum Freiburg. Doch das ist eigentlich nicht möglich. Denn nur mit ehrenamtlichen Kräften sind größere, langfristige und inhaltlich schwierige Projekte nicht zu stemmen. Auch der Verwaltungsanteil, zum Beispiel für die Spendenbuchhaltung, die Zuwendungsbestätigungen oder die Steuererklärung ist dabei nicht zu vergessen. „Spender vertrauen uns ihre Spenden an, und wir verpflichten uns, diese so kostenarm wie möglich und dem Spenderwunsch entsprechend einzusetzen, und das tun wir auch.“ Viele Spender vertrauen darauf und geben deshalb auch zweckungebundene Spenden an ihre Gemeinde im Wissen, dass sie gut eingesetzt werden. „Das ist natürlich eine große Hilfe, denn so können wir flexibler und schneller reagieren, etwa wenn Menschen in Not geraten“, erklärt Schnieders.

Höhere Spende, weniger Aufwand

Eine solch bewusste Spendenentscheidung trifft aber die Mehrzahl der Spender nicht. Im Gegenteil. Viele teilen ihre Spendensumme lieber auf drei, vier manchmal sogar fünf oder sechs Organisationen auf. Dabei ist der Verwaltungskostenanteil an einer kleineren Spende viel größer als an einer großen. Denn beide Spenden verursachen denselben Aufwand. „Ich suche mir deshalb ein oder zwei Projekte aus, die ich mit einer größeren Spende im Jahr unterstütze. Das ist effektiver“, berichtet Hubertus Aumann vom Bischöflich Münsterschen Offizialat Vechta über seine eigenen Erfahrungen. Denn so könne er auch besser über das Projekt im Bilde bleiben und sich über den Projektfortschritt informieren lassen. „Bei fünf oder sechs Projekten würde ich schnell den Überblick verlieren, und für die Kollekte oder den Kollekte-Bon ist natürlich immer noch Platz.“

Spenderdaten sind sicher

Oft werden die Experten auch mit der Frage konfrontiert, ob das Spenden online über eine Website sicher sei. Einige Bistümer bieten diesen Service mittlerweile auch an. So auch das Bistum Hamburg. „Ich kann sagen, dass wir alles tun, um die Daten der Spender vor Missbrauch zu schützen und strenge Datenschutzregeln der kirchlichen Verwaltung und auch des Bundesdatenschutzgesetzes einhalten“, verspricht Christian Störmer vom Erzbistum Hamburg. So ist zum Beispiel gewährleistet, dass der Zugriff auf die Daten nur wenigen geschulten Mitarbeitern gestattet ist. „Viele Förderer überweisen ja mittlerweile nicht nur Spenden online. Wir haben da dieselben Sicherheitsstandards wie die Banken“, erklärt er.

Schlagworte: Fundraising Bistum Spenden Weihnachten Spendensiegel Datenschutz
Bildquelle: MediaVista KG

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